Gesunde Beziehungen führen

11 06 2007

Beziehungen

Die ideale Beziehung – was ist das und gibt es sie überhaupt? Was macht eine gute (und vor allem gesunde) Beziehung aus? Woher weiß ich, wann eine Beziehung „richtig oder falsch“, „gut oder schlecht“ ist? Diese Fragen beschäftigen mich öfter und mehr als alle andere.

Jahrelang habe ich mich beinahe ausschließlich meinen eigenen Gedanken hingegeben. Immer wieder mal den einen oder anderen Freund um Rat gebeten, doch niemand scheint ein „Universal-Rezept“ zu kennen oder hat eine Lösung parat wenn es um die „Rettung einer verkorksten Beziehung“ geht. Meistens wird nicht einmal erkannt, wenn es sich um eine „verkorkste“ Form der Beziehung handelt. Eine schädigende Beziehung, in der manchmal weder von Freundschaft noch von Liebe die Rede sein kann. Eine Beziehung, in der man vom anderen abhängig geworden ist und sich selbst verloren hat. In der man manchmal nicht mehr weiß wer man eigentlich war, ist oder sein will.

Ich befasse mich seit vielen Jahren mit diesem Thema und muss eingestehen, dass ich die meiste Zeit damit vergeudet habe, mich im Kreise zu drehen. Immer wieder habe ich versucht abzuwägen ob mein derzeitiger Partner wirklich „der Richtige“ ist. Ob meine Freunde auch wirklich Freunde sind. Habe mich geplagt und Stundenlang wach gelegen um eine Antwort zu finden. Dabei habe ich nicht gemerkt, wie ich mich drehe. Oder ich habe mich zu schnell gedreht und dabei wichtige Details vergessen? Ich weiß es nicht genau.

Aber ich weiß, dass ich seit vielen Jahren auf der Suche nach mir selbst bin. Und bei dieser Suche begleiten mich die verschiedensten Menschen, von denen ich manchmal etwas erwarte was ich selbst nicht erfüllen kann: die Antwort auf die Frage: „wer bin ich“?

Es ist gerade zu absurd mich zu wundern, weshalb all meine Beziehungen zum Scheitern verurteilt sind und früher oder später zu Grunde gehen; ich weiß nicht wer ich bin und auf welchem Weg ich mich befinde – verlange aber gleichzeitig, dass mein Umfeld mit mir geht (für mich geht?)…

Für alle, die ebenfalls auf der Suche sind, habe ich einige Merkmale zusammengestellt an denen man eine gesunde Beziehung erkennen kann.

 

Merkmale einer gesunden Beziehung
(Quelle: Susanne Hühn)

     

  • Ich bin glücklich, dass du mich magst, aber ich bin nicht davon abhängig, sondern kann deine Liebe als wundervolles Geschenk annehmen. Getragen werde ich von meiner eigenen Liebe.

 

  • Meine Selbstachtung ist nicht abhängig davon, dass du mich achtest, doch wenn wir uns begegnen, dann nur, wenn es voller Liebe und Achtsamkeit geschieht.

 

  • Ich achte deinen Weg mit allem, was dir begegnet, so wie ich meinen achte und respektiere. Ich bin für dich da, wenn du um Hilfe bittest, aber ich kämpfe nicht deinen Kampf für dich, denn ich vertraue auf deine Kraft.

 

  • Ich sehe dich und ich nehme dich mit allem wahr, so wie ich mich selbst sehe und wahrnehme. Mein Selbstwertgefühl hängt davon ab, dass ich mich um mich selbst kümmere, weder deine Energie missbrauche noch deine Probleme löse.

 

  • Wenn ich etwas tue, bei dem ich nicht nur mir, sondern auch dir gefalle, bin ich doppelt glücklich, ich sehe es gern, wenn deine Augen strahlen. Meine Kraft aber fließt frei, indem ich zunächst mir selbst gefalle.

 

  • Ich achte auf meinen eigenen Schutz und ich achte auch gern auf deinen – immer dann, wenn du mich darum bittest und es mir möglich ist.

 

  • Ich zeige mich mit all meinen Gefühlen und ich stelle mich deiner Reaktion, ich zeige mich offen und aufrichtig in meiner Liebe und in meiner Angst, in meinem Licht und in meinem Schatten, weil es das ist, was uns beide stärkt.

 

  • Ich gehe meinen Interessen und Hobbies nach, weil sie mir Kraft und Freude schenken, so wie du das auch tust – ich freue mich sehr, wenn wir vieles davon miteinander teilen können, aber wir und unsere Beziehung sind nicht abhängig davon.

 

  • Ich liebe dich, wie du bist, ich lasse die Kontrolle über dein Verhalten und deine Erscheinung vollkommen los und teile das mit dir, was uns beide erfüllt und glücklich macht. Wir achten, lieben und ehren uns, aber ich bin ich und du bist du.

 

  • Ich trage mit Freude die Verantwortung für meine Bedürfnisse, Wünsche und Ziele, so wie du sie für dich trägst. Wir teilen uns mit, was wir brauchen und uns wünschen, verantwortlich aber bleibt jeder für sich selbst.

 

  • Meine Träume von der Zukunft sind mit dir verbunden, wenn es für uns beide richtig ist, aber wenn nicht, dann lasse ich dich in Frieden los.

 

  • Wenn du wütend wirst, erlaube ich mir selbst, auf die Weise gut für mich zu sorgen, die mir angemessen erscheint, und ich erlaube dir, dich zu fühlen, wie du dich eben fühlst.

 

  • Ich gebe gern und mit vollen Händen das (und nur das), was ich zu geben habe – aus reiner Liebe, nicht als Einzahlung auf ein Sicherheitskonto. Es verpflichtet dich zu nichts, denn meine Liebe ist ein Geschenk, das ich nur gebe, wenn ich es geben möchte.

 

  • Ich bin gern mit dir allein und ich bin gern mit dir unter Freunden – und ich bin manchmal auch gern allein unter Freunden, so, wie es gerade für uns beide passend ist.

 

  • Was für mich wichtig ist, gehört untrennbar zu meinem eigenen Selbstausdruck und zu meinem Sein. Ich freu mich sehr, wenn wir ähnliche Werte haben, aber wenn nicht, so bleibe ich in meiner Energie und sage meine Wahrheit.

 

  • Ich liebe dich und deine Art, die Dinge zu tun, sie gehört zu dir – wie ich mich und meine Art, Dinge zu tun, achte und liebe, denn diese gehören zu mir.

 

  • Wie es dir geht und wie du dein Leben führst, interessiert mich sehr, weil ich dich liebe, aber es beeinflusst nicht, wie ich mein Leben führe.

 

  • Ich nehme mir die Zeit, dich kennenzulernen und achte meine eigenen Grenzen, wie ich deine achte. Körperliche Nähe ist ein Ausdruck von Liebe und einer echten Verbindung auf der seelischen Ebene, kein Selbstzweck.

 

  • Auch in Freundschaften nehme ich mir Zeit, dich wirklich kennenzulernen und schaue, was sich mit dir gut anfühlt und was ich lieber mit anderen teile.

 

  • Wenn es etwas zu tun gibt, tue ich es gern, wenn ich den inneren Auftrag dazu spüre, ich weiß aber, dass es nicht unbedingt durch mich getan werden muß, sondern dass die Möglichkeiten des Lebens unendlich vielfältig sind.

 


Aktionen

Information

6 Antworten

9 07 2007
joe

Wow Bruder …………………..WWWWWWwowwwwwwwwww

18 06 2008
chris

Deine Einsichten teile ich, sie effektiv umzusetzen, dazu fehlt mir die Kraft. Mein Kopf weiß es, kämpft aber gleichzeitig gegen zu viele Gedanken, die er sich über alles was schiefgehen könnte, mein Herz schreit „aber die Gefühle“ und mein Magen windet sich in Krämpfen. Ich weiß nicht wie ich da rauskommen soll.

6 07 2008
Angela Hoyer

Ich brauche paar Beziehungstipps

19 07 2008
Biena

Alle diese Punkte stimmen. Und mit jedem Punkt den ich mir hier durch gelesen habe, musste ich feststellen das ich nichts davon auch nur annähernd erfüllen kann.. trotz dem wissen was ich über mich selbst habe , und trotz etlicher Bestätigungen … liebe ich mich nicht selbst. Ich achte mich nicht und weiss einfach nicht zu schätzen wer oder was ich bin! Ich stehe vor einem Loch!!!

23 12 2008
Suny2008

Ich finde die Punkte für eine gesunde Beziehung passend. Sie sagen das aus wie es sein soll. Da ich in eine neue Beziehung gehe nehme ich mir ganz viele Punkte mit und versuche dies umzusetzen. Ich hoffe und wünsche mir das es diesmal mit der Liebe klappt und ich entlich glücklich sein darf.

31 01 2009
Nachtfalter

alles was hier steht ist würdig, Lebensweisheiten gennant zu werden…
aber im leben ist es halt leider immer anders
ich habe eine beziehung, die meinem leben den sinn gibt, weil wir für immer zusammen sein wollen
ich bin aber sehr stark abhängig -kann nicht anders
sehe das aber nicht als nachteil, weil diese abhängigkeit von der liebe verursacht wird
aber anscheinend verursacht diese abhängigkeit einen bruch, schwer zu beschreiben=(
ich war immer stolz auf sie(ich lass für mich nichts erledigen oder ähnliches, es ist eher die abh. von seiner anwesenheit)
steck gerade in einer beziehungskrise und weiss nicht wohin, weil wir uns beide sehr lieben und uns ausgezeichnet verstehen, aber da ist etwas im unterbewusstsein, das angst macht. Dabei sprechen wir uns ganz aus, wenn es etw. gibt.Was könnte es sein?

Kommentieren